Am 08.11.2017 waren Unternehmer, Studierende und Sportler bei der Veranstaltung Wissenschaft trifft Praxis vereint um von Univ.-Prof. Dr. Kurt Matzler, zweifacher Finisher des Race Across America, zu erfahren was Führungskräfte vom härtesten Radrennen der Welt lernen können.

Kurt Matzler ist Professor an der Freien Universität Bozen und an der Universität Innsbruck sowie wissenschaftlicher Leiter des Executive MBA am MCI in Innsbruck. Google Scholar listet ihn unter den Top 20 Strategieprofessoren Europas und unter den Top 50 der Welt. Sein neuestes Buch “Digital Disruption” ist vor kurzem im Vahlen Verlag erschienen. Als zweifacher Finisher des Race Across America in einem Rotary 4-er Team gab er spannende Einblicke in ein Extremprojekt.

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Kurt Matzler präsentierte in einem Multi-Media Vortrag zuerst seine Race across America Teilnahmen 2016 und 2017, die Planungen und Vorbereitungen sowie die Herausforderungen, Qualen und Krisen, aber auch die Erfolgsmomente, Glücksgefühle und Höhepunkte seiner Teilnahme am Event selbst. Daraus leitete er als Professor für Strategisches Management 10 Leitlinien für Führungskräfte ab, die er mit Beispielen aus seiner eigenen Erfahrung illustrierte, hier vier davon:

1.) Vertrauen verpflichtet – bei seiner ersten Teilnahme am RAAM 2016 kannte er niemanden aus dem Team, und es ist ein hohes Risiko, für ein 5000km Radrennen quer durch Amerika eine unbekannte Person in das Team aufzunehmen. Aber gerade das blinde Vertrauen, das in ihn gesetzt wurde, spornte ihn zu maximalen Höchstleistungen an, und diese Erkenntnisse, dass Vertrauen Leistung fördert, ist wesentlich für Führungskräfte.

2.) Planung ist wichtig für das Selbstvertrauen und die Mobilisierung, selbst wenn diese Planung eventuell sogar schon nach wenigen Stunden über den Haufen geworfen wird, wie beim ersten RAAM Antritt.

3.) Ohne Disziplin geht weder in der Führung noch beim RAAM gar nichts, und Disziplin ist leichter auf einem Niveau von 100% zu erhalten als auf einem Niveau von 98%, wie auch der bekannte Managementforscher Clayton Christensen von der Harvard Business School postuliert.

4.) Routinen helfen, auch bei der Disziplin, und diese sind insbesondere ideal, wenn sie das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Am Beispiel der RAAM Vorbereitung von Kurt Matzler verlangt der Vorbereitungsplan rund vier Mal in der Woche etwa 1,5 Stunden am Zimmerfahrrad („auf der Rolle“). Das ist morgendliche Routine, die Kurt Matzler mit dem Lesen von wissenschaftlichen Publikationen und anderen Arbeiten verbringt, sodass es, wenn er ins Büro kommt, bereits sowohl 1,5 Stunden Arbeit als auch 1,5 Stunden RAAM Vorbereitung hinter sich hat.

Es war eine große Überraschung, dass sich der derzeit wohl weltweit beste „Weitradlfahrer“ Christoph Strasser – selbst prominenter Vortragender zum Thema – unters Publikum gemischt hat. Er hat etwa vor Kurzem den 24 Stunden Weltrekord auf der Bahn aufgestellt und hat das RAAM vier (!) Mal als Solofahrer gewonnen. Er berichtete in unserem Event etwa, dass er für das gesamte Race nur ca 1 Stunde pro Tag schläft.

Gerald Bauer ein zweiter Solo-Finisher war ebenso im Publikum und hat Fragen beantwortet.

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