7 Fragen. 7 Antworten: Nina Löffler

Bitte stellen Sie sich kurz vor. Was prägt Ihre berufliche Laufbahn?
Ich schaue in der Zwischenzeit auf 17 Jahre Erfahrung im Personalbereich zurück. Der berufliche Einstieg in der Personalberatung brachte für mich frühe Einblicke in diverse Unternehmen und Branchen mit sich. Später kam der Wunsch, Inhouse tätig zu werden und mit vergleichsweise weniger Personen, dafür aber sehr langfristig, zusammenzuarbeiten. Die Aufgaben an sich sind dabei ähnlich geblieben, allerdings bringt die Rolle, aus der heraus man agiert, deutliche Unterschiede mit sich. Beide Rollen haben, wie vieles im Leben, ihre eigenen Vor- und Nachteile und ermöglichen oder limitieren das Tun auf unterschiedliche Art und Weise. In der Zwischenzeit arbeite ich als Inhouse Personalerin und führe ein kleines Beratungsunternehmen. Das ermöglicht mir, die ganze Bandbreite zu leben. Die Tätigkeit an der Universität ermöglicht es mir, Wissen und Erfahrungen weiter zu geben und jungen Menschen die Begeisterung für mein Arbeitsfeld zu vermitteln.

Wie schaut eine typische Arbeitswoche bei Ihnen aus (Uni, sonst. Tätigkeiten)?
Meine Arbeit kann als „stark projekthaft“ beschrieben werden. Es gibt meist eine grobe Jahresplanung, denn die Personalthemen folgen ungeachtet einer Vielzahl unvorhersehbarer Interventionen durchaus einem gewissen Plan, gerade wenn es sich um größere Maßnahmen wie beispielsweise der Evaluierung der psychischen Belastungen oder Mitarbeiterbefragungen bzw. dem Training für Führungskräfte handelt. Somit bin ich punktuell oft stark in einem konkreten Thema aktiv und die anderen Themen werden vor- oder nachbereitet oder sind welche, die ohne Vorbereitung einfach kurz und unkompliziert umsetzbar sind, wie etwa ein Coaching durchzuführen, ein Assessment umzusetzen oder einen Teamentwicklungsprozess zu begleiten. Meine Zusammenarbeit mit der Universität besteht erst kurz und hat einen kleinen Umfang. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass dieser Anteil steigen wird und ich vielleicht auch mal die ein oder andere Masterarbeit betreue.

Welche Themen erachten Sie für besonders wichtig? Warum?
Mir ist besonders wichtig, dass die Menschen ihre individuellen Stäken kennen und aus ihren Stärken heraus agieren. Dies ermöglicht einerseits gute Arbeitsergebnisse und macht einen deutlichen Unterschied in der Motivation und im Wohlbefinden. Das Wohlfühlen kommt dem Einzelnen sowie der Teamarbeit und dem gesamten Unternehmen zugute. Defizite und Schwächen gehören auch dazu, die gilt es zu kennen, anzunehmen und gegeben falls zu lösen. Diese Art der Persönlichkeitsentwicklung ermöglicht Selbstvertrauen und Authentizität und Aufblühen von Menschen und Organisationen. Diese Grundhaltung begleitet mich in allen Aspekten meines Tuns, ob im Training und Coaching, der Teamentwicklung oder der Analyse von Stärken auf OE- Ebene.

Was schätzen Sie besonders an der Privatuniversität Schloss Seeburg?
Als externe Lehrbeauftragte schätze ich besonders die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis. Ich halte es für essenziell, das wissenschaftliche Fundament und die theoretischen Entwicklungen der Themenbereiche zu verstehen, aber gleichermaßen deren Anwendung im Feld begreifbar und zugänglich zu machen. Ich denke, so macht studieren Spaß und ist sinnvoll.

Wie würden Sie die Atmosphäre an der Uni in drei Worten beschreiben?
Kooperativ, leistungsorientiert und ein hohes Maß an Selbstverantwortung von allen Seiten.

Welche Tipps möchten Sie unseren Studierenden auf den Weg mitgeben?
Im Studium herausfinden, welche Themengebiete besonders begeistern und wie diese in die aktuelle Arbeitssituation integriert werden oder zukünftig die eigene Laufbahn kennzeichnen können. Studienleistung und Noten sind eine Seite, aber der individuelle Erkenntnisgewinn und die Begeisterung geben nachhaltig Kraft. Sich neben der Frage „Was führt zum Erfolg und wird erwartet?“ auch die Frage „Was kann und möchte ich mitnehmen?“ zu stellen.

Wenn Sie noch einmal Student*in wären, was würden Sie anders bzw. was würden Sie gleich machen?
Ich würde heute vermutlich ein Kombinationsstudium aus Wirtschaft und Psychologie wählen, das Angebot gab es in den 90er Jahren noch nicht. Darüber hinaus würde ich stärker versuchen, über Praktika unterschiedliche Arbeitserfahrungen und Einblicke zu gewinnen. Das begünstigt Entscheidungen für die eigene Laufbahn auf fundierter Basis und verhindert, dass man ab Beginn der Karriere zum Jobhopper wird. Insofern wäre es heute nicht mehr meine Maxime, so schnell wie möglich zu studieren, sondern so vielfältige Erfahrungen wie möglich auf dem Weg zu sammeln. Allenfalls würde ich mich auch mit heutigem Wissen wieder für meinen Fachbereich entscheiden. Ungeachtet der Basis ist die Arbeit mit Menschen lebendig und sehr abwechslungsreich und auch ich darf noch stetig dazu lernen.