5 Fragen. 5 Antworten. – Univ.-Prof. Dr. Reinhard Grohs

Bitte stellen Sie sich kurz vor. Was prägt Ihre berufliche Laufbahn?
Mein Name ist Reinhard Grohs, ich bin Professor für Sportmanagement und Studiengangsleiter für den Studiengang Sport- & Eventmanagement. Meine
berufliche Laufbahn ist geprägt durch Zufälle, die sich zu einem Gesamtbild verbunden haben. Marketing hatte ich im Magisterstudium kaum, bin aber trotzdem am Marketing-Lehrstuhl der Uni Wien als Dissertant gelandet, weil der Professor dort ursprünglich technischer Mathematiker und insbesondere auf quantitative Methoden fokussiert war. Mein zentrales Forschungsthema (Sport-)Sponsoring hat sich um das Jahr 2000 herum ergeben, weil ich kurzfristig einen Antrag zu einem für mich spannenden Thema schreiben sollte – das war dann Sponsoring und Eventmarketing. Der Antrag wurde von der Österreichischen Nationalbank mit (damals) recht viel Geld gefördert und so habe ich mich die nächsten vier Jahre mit Sponsoring beschäftigt. Das Thema wurde von vielen als aktuell und spannend angesehen und nach einem Vortrag auf einer Konferenz wurde ich gefragt, ob ich nicht für ein Jahr
nach Neuseeland, an die University of Otago, kommen möchte, um Sportmarketing und quantitative Methoden zu unterrichten. Aufgrund dieser Einladung bin ich auch nicht, wie ursprünglich geplant, nach meiner Dissertation in die Unternehmenspraxis gegangen, sondern an der Universität geblieben. Danach hat sich meine Zeit am Brand Research Laboratory an der Uni Innsbruck primär dadurch ergeben, dass mich eine ehemalige Uni Wien Kollegin gefragt hat, ob ich nicht dorthin kommen will. Einzig der Schritt an die Uni Seeburg war recht logisch, da die Seeburg betriebswirtschaftlich orientierte Personen mit Sportbezug auf dem Niveau eines Universitätsprofessors gesucht hat und genau auf diesen Bereich haben meine Entwicklungen der letzten 20+ Jahre hingewirkt.

Wie schaut eine typische Arbeitswoche bei Ihnen aus (Uni, sonst. Tätigkeiten)?
Wenn es gut geht, gibt es Forschungszeit für wissenschaftliche Projekte, etwa mit Dissertantinnen und Dissertanten, oder auch mit Kolleginnen und Kollegen über die Welt verteilt an vielen tollen Universitäten. Oftmals natürlich auch Lehre, Webinare, Besprechungen von Masterarbeiten und ähnliches. Manchmal Interviews etwa für Tageszeitungen oder auch Wissenstransferprojekte mit Praxispartnern. Besonders spannend sind Konferenzen oder andere Vorträge an allen möglichen Orten, wo man sich mit anderen Forscherinnen und Forschern austauschen kann. Weniger schön sind die Wochen mit vielen administrativen Aufgaben und Prüfungskorrekturen.

Welche Themen erachten Sie für besonders wichtig? Warum?
Grundsätzlich sind alle Themen wichtig, es hängt primär davon ab, was man damit machen will. Spannend ist, dass Topmanager oft sagen, in den ersten Jahren ihrer Berufstätigkeit waren die Funktionalbereiche der BWL besonders hilfreich. Später jedoch – in höheren Positionen – wurden dann hingegen interessanterweise oft Wissenschaftstheorie sowie abstraktes, methodisches und statistisches Denken als besonders relevant genannt.

Welche Tipps möchten Sie unseren Studierenden auf den Weg mitgeben?
Schauen Sie sich viele Dinge an, entscheiden Sie, wofür Sie sich am meisten interessieren und investieren Sie dort, sei es durch besonderes Engagement in diesen Modulen oder durch Projekte, Bachelor- oder Masterarbeiten in diesen Themenbereichen. So fallen Sie auf und schaffen eine gute Basis und einen potentiell entscheidenden Vorsprung für Ihre Zukunft!

Wenn Sie noch einmal Student*in wären, was würden Sie anders bzw. was würden Sie gleich machen?
Ich habe meine Studienzeit sehr genossen – natürlich kann man in gewissen Bereichen immer noch mehr oder viele Dinge noch besser machen, aber ich war als
Student sehr zufrieden und insbesondere das Auslandssemester in Melbourne möchte ich nicht missen!