Alumnus des Monats, Martin Hohlweger – unser Interview

Was hat Sie motiviert den MBA General Management an der Privatuniversität Schloss Seeburg in Seekirchen/Wien zu studieren?

Im Oktober 2017 stieß ich während einer Zugfahrt auf ein Internetangebot zu einem neu konzipierten Doktoratsstudium der Privatuniversität Schloss Seeburg. Auf meine Anfrage folgte überraschend schnell eine Rückmeldung sowie ein persönliches Gespräch. Was zunächst nur eine unverbindliche Anfrage war, führte Weihnachten 2017 zu einer Entscheidung, mit der weder ich selbst noch meine Familie zunächst gerechnet hatte: Ich werde noch einmal Student!

Nach einer langen, beruflich spannenden Laufbahn hätte ich durchaus sagen können: Ich habe genug gelernt. Stattdessen überzeugten mich sowohl die konzeptionelle Ausrichtung des Studiums als auch der Gedanke, nicht mehr aus beruflichen Aspekten heraus zu studieren, sondern aus echter Neugier und dem Interesse, ein aktuelles Forschungsproblem genauer zu untersuchen und besser zu verstehen.

Hinzu kam, dass das Doktoratsstudium damals gerade neu eingerichtet worden war und ich zu den ersten Studierenden der ersten Studienkohorte gehörte. Die Vorstellung, von Anfang an Teil dieses neuen akademischen Weges zu sein, hatte für mich einen besonderen Reiz und gab zusätzlich den Ausschlag.

Welche Kompetenzen, die Sie im Studium entwickelt haben, können Sie wie in Ihrem beruflichen Alltag einbringen? Zu welchen Gelegenheiten fällt Ihnen auf, dass Sie gezielt die Inhalte Ihres Studiums in Ihre berufliche Tätigkeit einbringen?

Eine der wichtigsten Kompetenzen, die ich aus dem Studium mitgenommen habe, ist weniger ein einzelnes Fachwissen als mehr eine bestimmte Form des methodischen und analytischen Arbeitens. Auch wenn langjährige Berufserfahrung es ermöglicht, Situationen schnell einzuschätzen und Aufgaben zielorientiert zu lösen, ergänzt das heutige wissenschaftliche Arbeiten diese Erfahrung entscheidend.

Welche konkreten Vorteile haben Sie aus dem semi-virtuellen Studienkonzept gezogen?

Der besondere Vorteil des semi-virtuellen Studienkonzepts lag für mich in der Verbindung von Flexibilität und persönlichem Diskurs. Die virtuellen Phasen ermöglichten, Lernzeiten weitgehend selbstständig zu organisieren und das Studium mit meinen beruflichen Verpflichtungen zu verbinden. Die Präsenzphasen erfüllten dagegen eine andere, ebenso wichtige Funktion, die rein digitales Lernen nur begrenzt ersetzen kann: persönliche Diskussionen in kleinen Gruppen, spontane Fragen und der unmittelbare familiäre Austausch mit Lehrenden und Mitstudierenden.

Wie konnten Sie Ihr Studium erfolgreich in ihr Berufsleben integrieren?

Durch die Ortsunabhängigkeit und zeitliche Flexibilität habe ich Beruf und Studium nie als zwei getrennte Bereiche empfunden. Auch wenn die Organisation einer Promotion einen hohen zeitlichen Aufwand erfordert, so lag der eigentliche Kraftakt insbesondere im Durchhaltevermögen, Themen mehrfach zu überarbeiten und kritisch zu hinterfragen, auch dann, wenn der berufliche Alltag bereits ausgefüllt ist.

Welchen Tipp können Sie spontan aktuell noch Studierenden für einen erfolgreichen Karrierestart geben?

Mein wichtigster Tipp ist, die Studienzeit bewusst als Entwicklungsraum zu nutzen. Natürlich geht es zunächst darum, fundiertes Wissen aufzubauen, sich aktuellen KI- und Digitalkompetenzen anzueignen und zu lernen, komplexe Fragestellungen methodisch zu strukturieren. Für einen erfolgreichen Karrierestart gehört aber sicherlich auch dazu, Kontakte zu knüpfen, sich aktiv in Teams einzubringen und den Austausch mit anderen Studierenden zu suchen. Wer gezielt nach Feedback fragt und kritische Rückmeldungen als Lernchance versteht, kann aus jeder Situation kontinuierlich Neues lernen und schafft damit gute Voraussetzungen für seine berufliche Zukunft.

Können Sie von einer Erfolgsgeschichte berichten und wie das Studium dabei unterstützt hat?

Wenn ich heute von einer persönlichen Erfolgsgeschichte sprechen sollte, so beginnt sie für mich nicht mit einer bestimmten Position, sondern mit der Bereitschaft, sich nach vielen Berufsjahren noch einmal auf eine neue Herausforderung einzulassen. Während ich mich nach meinem ersten Studium bewusst für eine nicht-wissenschaftliche Karriere in amerikanischen Unternehmen entschied, beschäftigte mich aber immer wieder dieselbe Frage, wie und warum bestimmte Kaufentscheidungen tatsächlich getroffen werden.

Diese Frage führte mich in einer späten Phase des Berufslebens wieder zurück in mein Forschungsprojekt an die Universität, was ich rückwirkend als einen besonders wichtigen Erfolg empfinde. Nicht primär wegen des akademischen Grades, sondern weil es zeigt, dass Lernen und persönliche Entwicklung kein Verfallsdatum haben. Vielleicht entspricht genau das dem Gedanken Humboldts: Bildung ist nicht nur Vorbereitung auf das Berufsleben, sondern ist ein Prozess, durch den wir unsere Sicht auf die Welt und auf uns selbst immer wieder erweitern können.

Diese Erfahrung ist vor allem für meine Lehrveranstaltungen an einer Universität und bei Start-up Beratungstätigkeiten von besonderer Bedeutung.

Zum Abschluss: Wofür waren Sie während Ihres Studiums besonders dankbar?

Besonders dankbar bin ich für die persönliche Atmosphäre, die ich während meiner gesamten Studienzeit an der Privatuniversität Schloss Seeburg erlebt habe. Vom ersten Kontakt an habe ich die Offenheit und persönliche Erreichbarkeit der Professorinnen und Professoren als besonders wertschätzend empfunden. Fragen konnten jederzeit offen angesprochen werden, und auch bei anspruchsvollen Phasen des Studiums hatte ich stets das Gefühl, Unterstützung und ein offenes Ohr zu finden.

Diese persönliche Wertschätzung beschränkte sich nicht nur auf die wissenschaftliche Betreuung. Auch die Mitarbeiter in der Verwaltung haben mit ihrer Hilfsbereitschaft und Verlässlichkeit wesentlich dazu beigetragen, dass ich mich an der Universität vom ersten Tag an bis hin zur Sponsionsfeier sehr wohl und willkommen gefühlt habe.

Mit zunehmendem Abstand empfinde ich jedoch auch Verantwortung, heute etwas davon an Studierende und Schüler:innen weiterzugeben. Ich engagiere mich unter anderem als ehrenamtlicher Klassenpate in einer Grundschule und unterstütze dort Lehrkräfte. Dabei geht es mir weniger darum, zusätzliches Wissen zu vermitteln. Wichtiger ist mir, die natürliche Freude der Kinder am Entdecken zu bewahren, ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken und ihnen zu zeigen, dass Lernen kein notwendiges Übel ist, sondern spannend, bereichernd und voller neuen Möglichkeiten sein kann.

Vielleicht schließt sich damit für mich auch ein Kreis: Aus dem Entschluss, selbst noch einmal Student zu werden, ist der Wunsch entstanden, auch bei anderen die Freude am Lernen und Entdecken zu fördern.