7 Fragen. 7 Antworten. – Dr. Christian Feltl, LL.M.

Bitte stellen Sie sich kurz vor. Was prägt Ihre berufliche Laufbahn?
Mein beruflicher Werdegang hat nach Abschluss des Studiums der Rechtswissenschaften und anschließender Absolvierung der Gerichtspraxis als Universitätsassistent begonnen, und zwar als prae doc-Assistent am Institut für Zivil- und Unternehmensrecht der WU Wien. Hier unternahm ich meine ersten „Gehversuche“ als Vortragender und war in diverse spannende Forschungsprojekte eingebunden. Später, nach einem vorübergehenden Ausflug in die Advokatur, übernahm ich die Position eines post doc-Assistenten am Institut für Unternehmens- und Wirtschaftsrecht der juridischen Fakultät der Universität Wien. Diese Funktion brachte neben vielen größeren Publikationsprojekten unter anderem auch interessante Lehraufträge im Ausland mit sich, konkret an der Iwan Franko-Universität L’viv (Ukraine) und der Jagiellonen-Universität Krakau (Polen): Allesamt Erfahrungen, die ich keinesfalls missen möchte.

An der Privatuniversität Schloss Seeburg bin ich nunmehr bereits seit Herbst 2014 als Dozent für wirtschaftsnahes Privatrecht und Unternehmensrecht tätig. Hinzu kommt ein Engagement als Lektor an einigen führenden österreichischen Fachhochschulen. Ehrenamtlich fungiere ich seit mehreren Jahren als Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Dr. Maria Schaumayer-Stiftung – einer gemeinnützigen Einrichtung, die sich die Unterstützung und Förderung von Frauen in Wirtschaft und Wissenschaft zur Aufgabe gemacht hat, und in diesem Zusammenhang Stiftungs- und Förderpreise für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten vergibt.

Um neben wissenschaftlicher Betätigung den Bezug zur Praxis nicht zu verlieren, pflege ich eine enge Zusammenarbeit mit der Rechtsanwaltschaft – und zwar als Of Counsel (das heißt externer Berater) der Maybach Görg Lenneis Geréd Rechtsanwälte GmbH in Wien, die ich in ausgewählten Fragen des Wirtschaftsrechts unterstütze. In letztgenanntem Rechtsbereich bin ich nach wie vor auch publizistisch sehr aktiv. Ein besonderer „Meilenstein“ war in diesem Zusammenhang sicherlich die Herausgabe der im MANZ- Verlag erschienenen Großen Gesetzausgabe zum Unternehmensgesetzbuch (2018) mit einem Umfang von beinahe 1.000 Seiten.

Wie schaut eine typische Arbeitswoche bei Ihnen aus?
Meine typische Arbeitswoche gliedert sich grundsätzlich in drei Bereiche: Lehrtätigkeit (z.B. an der Privatuniversität Schloss Seeburg), Publikationstätigkeit sowie das Engagement als Of Counsel. Die Gewichtung kann hier allerdings von Woche zu Woche sehr unterschiedlich sein; so werden beispielsweise in den Sommermonaten Juli und August kaum Lehrveranstaltungen abgehalten. Hier bleibt dann eben entsprechend mehr Zeit für Publikations- und Gutachtertätigkeit.

Welche Themen erachten Sie für besonders wichtig? Warum?
Jenen Fachgebieten, die ich an der Privatuniversität Schloss Seeburg unterrichte, eilt unter Nicht-Juristen mitunter ein schlechter Ruf voraus. So herrscht vielfach das Vorurteil, juristische Themen wären generell eher „trocken“, langweilig oder gar realitätsfern. Mir ist wichtig, diese Bedenken von Beginn an durch markante und nachvollziehbare Praxisbeispiele zu zerstreuen. Ich motiviere die Studierenden stets zur Interaktion und ermutige, Fragen zu stellen. Mein persönlich gestecktes Ziel habe ich erreicht, wenn ich den Studierenden im Zuge der jeweiligen Lehrveranstaltung vermitteln konnte, dass Rechtswissenschaft (und ihre Anwendung im unternehmerischen bzw. wirtschaftlichen Alltag) eigentlich etwas sehr Spannendes ist. Ganz allgemein lege ich großen Wert auf höflichen, respekt- und verständnisvollen Umgang in der Lehrveranstaltung. Denn nur, wenn das Arbeitsklima gut ist, lassen sich auch entsprechende didaktische Erfolge erzielen, lässt sich Wissen optimal vermitteln.

Was schätzen Sie besonders an der Privatuniversität Schloss Seeburg?
Die absolut gelungene Verbindung von Tradition und Innovation. Mit ihrem semi-virtuellen Studienkonzept, das vielen Studierenden – sei es auf Grund beruflicher, oder aber auch familiärer Inanspruchnahme – einen Hochschulzugang organisatorisch überhaupt erst ermöglicht, ist die Privatuniversität Schloss Seeburg ein Pionier in Österreich. Doch auch inhaltlich liegt der sprichwörtliche Finger am Puls der Zeit: Die angebotenen Studiengänge sind nicht primär an Lehrbüchern orientiert, sondern vielmehr auf die aktuellen Bedürfnisse der wirtschaftlichen Praxis zugeschnitten. Sie werden laufend angepasst, aktualisiert, neu ausgerichtet – und ermöglichen auf diese Weise eine optimale Vorbereitung auf den Berufseinstieg; oder aber eine topaktuelle Weiterbildung und Spezialisierung für jene, die bereits im Erwerbsleben stehen und ihre bezüglichen Chancen optimieren möchten.

Wie würden Sie die Atmosphäre an der Uni in drei Worten beschreiben?
Die Beantwortung dieser Frage fällt mir tatsächlich ein wenig schwer; allzu viele – positive – Assoziationen kommen mir dabei in den Sinn. Versuchen wir es dennoch: praxisorientiert, engagiert, auf die Studierenden fokussiert.

Welche Tipps möchten Sie unseren Studierenden auf den Weg mitgeben?
Wir befinden uns momentan, und zwar global betrachtet, in einer schweren Krise; die wirtschaftlichen Folgen von COVID 19 sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum absehbar. Wichtiger denn je ist es daher, in eine solide Ausbildung zu investieren, um beruflich für die Zukunft gerüstet zu sein. Das Wettbewerbsgeschehen am Arbeitsmarkt wird künftig wohl eher (noch) härter werden.

Die Privatuniversität Schloss Seeburg bietet hier mit ihrem Spektrum jedenfalls eine große Chance. Den Studierenden kann ich nur raten, diese Chance auch zu ergreifen – das vielfältige universitäre Angebot insofern optimal zu nutzen, Beratungstermine wahrzunehmen, in den Lehrveranstaltungen aktiv mitzuarbeiten, und entsprechende Leistungsüberprüfungen auch ernst zu nehmen. Denn wenngleich dies jetzt vielleicht wie ein altbackener Kalenderspruch anmuten mag: Die Weichen für die berufliche Zukunft werden jetzt gestellt!

Wenn Sie noch einmal Student*in wären, was würden Sie anders bzw. was würden Sie gleich machen?
Mir war eigentlich sehr früh klar, dass ich Jurist werden möchte und insoferne das Studium der Rechtswissenschaften einschlagen werde. Dafür bin ich rückblickend dankbar, denn eine derartig eindeutige Präferenz ist nicht unbedingt selbstverständlich und erleichtert manches. Ich habe diese Entscheidung eigentlich nie bereut und fühle mich in meinem Betätigungsfeld, auch nach vielen Jahren, immer noch sehr wohl.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es freilich: Da ich ausgesprochen sprach- und literaturinteressiert bin, bedauere ich gelegentlich ein wenig, nicht auch ein Studium der Germanistik oder Literaturwissenschaften ergriffen zu haben. Doch was nicht ist, kann ja noch werden…