Ass.-Prof. Dr. Florian Follert in Accounting, Economics, and Law: A Convivium

Follert, F. (2020). Squeeze-Out and Business Valuation in Germany – A Law and Economics Analysis of judicial decision-making. Accounting, Economics, and Law: A Convivium. DOI: https://doi.org/10.1515/ael-2020-0118

Der neueste Artikel unseres Assistant Professors Dr. Florian Follert wurde im September in Accounting, Economics, and Law: A Convivium veröffentlicht.

Der Beitrag beschäftigt sich mit dem in zahlreichen Gesellschaftsrechtsordnungen zu findenden Zwangsausschluss von Minderheitsaktionären (Squeeze-Out), der oftmals eine Bewertung der Anteile durch ein Gericht erfordert (Spruchverfahren), um die Aktionäre angemessen abzufinden. Um den Befund zu erklären, warum in der Rechtsprechungspraxis gerade solche Bewertungsverfahren Anwendung finden, die sich inkompatibel mit den rechtlichen Erfordernissen zeigen, greift Ass.-Prof. Dr. Follert auf den Forschungsansatz der Neuen Politischen Ökonomie zurück. Dabei werden die verschiedenen Akteure des Spruchverfahrens – der/die Richter*in, der/die Wirtschaftsprüfer*in als Sachverständige*r und die Konfliktparteien – auf der Grundlage ihrer stereotypen Interessen modelliert. In seinem Artikel fokussiert Herr Dr. Follert insbesondere den/die Richter*in als zentralen Akteur und erweitert dadurch die bisherige Forschung. Ziel der Arbeit ist es, die Rolle der gerichtlichen Entscheidungsfindung aus rechtlich-ökonomischer Sicht zu diskutieren sowie die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft in den Konflikt zwischen den Denkschulen der investitionstheoretischen und der finanztheoretischen Unternehmensbewertung, welcher überwiegend im deutschen Sprachraum ausgetragen wird, einzuführen. Der Aufsatz diskutiert, dass das richterliche Urteil primär durch die Neigung der Richter*innen, ihr eigenes Ansehen zu fördern, sowie durch den sozialen Druck ihres beruflichen Umfelds und zudem durch den Lobbyismus verschiedener Interessensgruppen beeinflusst sein könnte. Somit fügt die Arbeit der Neuen Politischen Ökonomie der Unternehmensbewertung eine weitere Perspektive hinzu und weist auf die enge Verbindung von Rechtswissenschaft, Ökonomie und betriebswirtschaftlicher Theorie hin, was einen Forschungsschwerpunkt unseres neuen Assistant Professors darstellt.

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